ALKOHOL - MIT JUGENDLICHEN DARÜBER SPRECHEN
Informationen und Tipps für Eltern

Schon kleine Kinder nehmen wahr, dass es sich bei Alkohol um ein besonderes Getränk handelt und sie stellen Fragen. Jugendliche begegnen Alkohol zum Beispiel im Ausgang oder an Partys. Viele sind neugierig und wollen alkoholische Getränke probieren, manche suchen den Rausch und einige beginnen regelmässig Alkohol zu trinken.
Als Eltern liegt Ihnen die Gesundheit Ihres Kindes am Herzen. Vielleicht haben Sie sich in diesem Zusammenhang auch schon gefragt, wie Sie das Thema Alkohol ansprechen sollen. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche über die Risiken des Alkoholkonsums informiert sind. Auf dieser Seite finden Sie informationen und Rat.
Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Jugendliche Alkohol trinken. Oft sind diese Bedürfnisse durchaus berechtigt. Alkohol ist jedoch nicht ein geeignetes Mittel, um Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Warum trinken Jugendliche Alkohol?

Alkohol - Gesetz und Jugendschutz

Wirkung von Alkohol

Risiken des Alkoholkonsums

bis 11 Jahre
12- bis 13-jährige
14- bis 15-jährige
16- bis 17-jährige und junge Erwachsene

Was können Eltern dagegen tun?

Konkrete Situationen

 

WARUM TRINKEN JUGENDLICHE ALKOHOL?
Alkohol hebt die Stimmung. Zu Beginn kann die Wirkung von Alkohol durchaus positiv empfunden werden. Man fühlt sich enthemmt, gelöst und elbstbewusster. Mit steigender Alkoholmenge kann diese Stimmung aber schnell ins Negative kippen.

Alkohol ist "cool"
Jugendliche möchten erwachsen wirken. Es ist in ihren Augen "cool", Dinge zu tun, die in der Regel den Erwachsenen vorbehalten sind. Jugendliche kopieren deshalb ihre erwachsenen Vorbilder, indem sie zum Beispiel Alkohol trinken.
Alkohol und Anerkennung durch die Clique
Für Jugendliche ist es wichtig, nicht als Aussenseiter dazustehen. Wer mittrinkt, kann mit Anerkennung durch die Clique rechnen. Es ist nicht einfach, dem Gruppendruck zu widerstehen.

Alkohol vertreibt Langeweile
Auch Langeweile kann ein Grund sein, Alkohol zu trinken. Viele erwarten sich vom Alkohol Anregung oder Entspannung. Alkohol ist jedoch kein geeignetes Mittel dazu. Es besteht die Gefahr immer öfter in unangenehmen oder schwierigen Situationen zum Alkohol zu greifen.

Alkohol zur Problembewältigung?
Seltener greifen Jugendliche auch zum Alkohol, um Probleme zu bewältigen. Dies kann zum Beispiel bei Problemen in der Schule, in der Familie oder bei Enttäuschungen der Fall sein.

 

ALKOHOL - GESETZ UND JUGENDSCHUTZ
Welche Getränke sind für Jugendliche ab 16 Jahren an Verkaufsstellen erhältlich?
Dies sind fermentierte Getränke wie Apfelwein, Bier, Bier mit Aromazusätzen und Wein. Erlaubt sind auch Frucht- und Beerenweine, Weincooler, Sangria und Schaumwein, die höchstens 15 Volumenprozent enthalten. Weiter sind nur Getränke erlaubt, denen keine gebrannten Wasser zugegeben wurden.
Alle Spirituosen wie Schnaps, Aperitifs, Liköre wie z.B. Rum, Wodka, Whisky oder Pastis dürfen erst jungen Erwachsenen ab 18 Jahren verkauft werden. Getränke, die Spirituosen enthalten wie Alcopops sowie Weine, deren Alkoholgehalt 15 Volumenprozent übersteigt wie Porto oder Sherry fallen ebenfalls in diese Kategorie.
Obwohl die gesetzlichen Regelungen klar sind, hört man oft, dass Alkohol auch an unter 16-Jährige verkauft wird. Es ist wichtig, dass die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kontrolliert und durchgesetzt wird. Durch die gesetzlichen Regelungen zum Jugendschutz sollen einerseits die Jugendlichen geschützt werden, andererseits dienen sie auch als Zeichen an die Erwachsenen. Für Eltern und Kind können sie Ausgangspunkt einer Diskussion über Alkohol sein. Warum gibt es diese Regelungen? Was steckt dahinter?

An jeder Verkaufsstelle wird auf Schildern darauf hingewiesen: Kein Bier, Wein, Apfelwein an unter 16-Jährige, keine Alcopops, Aperitifs und Spirituosen an Jugendliche unter 18 Jahren (§ 9 Jugendschutzgesetz). An Jugendliche unter 16 Jahren darf also kein Alkohol verkauft werden.

Alcopops:
Versteckter Alkohol in Süssgetränken Alcopops, auch Premix- oder Designergetränke genannt, enthalten Süssgetränke und Spirituosen. Die süssen und süffigen Getränke sind in farbig und frech gestalteten Flaschen erhältlich und kommen bei Jugendlichen gut an. Durch den vielen Zucker merkt man kaum, dass sie Alkohol enthalten. Jugendliche, die den bitteren Geschmack des Biers nicht mögen, finden in den Alcopops eine Alterna-
tive, um sich zu berauschen. Da Alkohol durch den Zucker und die Kohlensäure schneller ins Blut gelangt, führen Alkopopos rasch zum Rausch.

Die Wirkung von Alkohol hängt nicht nur von der getrunkenen Menge ab, sondern auch von den Umständen während des Konsums, den körperlichen Voraussetzungen und der aktuellen psychischen Verfassung.


WIRKUNG VON ALKOHOL
Die ersten Effekte des Alkoholkonsums sind meist angenehm. Man fühlt sich leicht und entspannt. Mit zunehmender Menge verliert man die Hemmungen und getraut sich Dinge zu tun oder zu sagen, die man in nüchternem Zustand unterlassen würde. Weiter überschätzt man oft stark seine Fähigkeiten und verhält sich gegenüber anderen unangebracht bis aggressiv. Auch Störungen der Wahrnehmung und motorische Beeinträchtigungen nehmen mit steigender Alkoholmenge zu. Es kommt zum eigentlichen Rausch. Wenn man weiter trinkt, folgen die Stadien der Benommenheit und Betäubtheit sowie des Komas.

Bereits kleine Mengen können bei Jugendlichen zu Beeinträchtigungen führen. Sie spüren die selbe Wirkung wie Erwachsene, bei Jugendlichen tritt sie jedoch bereits bei kleineren Mengen ein. Das bedeutet:
Jugendliche sind in der Regel leichter als Erwachsene. Der Alkohol verteilt sich deshalb auf eine kleinere Menge Körperwasser, und die Blutalkoholkonzentration ist somit höher. Die Wirkung des Alkohols ist dadurch schneller spürbar. Mädchen haben bei gleichem Körpergewicht weniger Körperwasser als Jungen. Trinken ein Mädchen und ein Junge gleich viel Alkohol, hat das Mädchen deshalb einen höheren Alkoholgehalt im Blut als der Junge. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied gilt auch für Erwachsene.
Der Körper von Jugendlichen verarbeitet Alkohol nicht gleich "gut" wie der von Erwachsenen. Die Leber ist noch nicht ausgereift und kann deshalb Alkohol weniger gut abbauen.
Weil Jugendliche noch wenig an Alkohol gewöhnt sind, sind sie auch schneller betrunken.
Alkoholkonsum ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Risiken verbunden.


RISIKEN DES ALKOHOLKONSUMS

Unfallgefahr
Alkohol beeinflusst die Wahrnehmung (Schwierigkeiten bei der Einschätzung von Distanzen, Doppeltsehen), beeinträchtigt motorische Fähigkeiten wie Koordination, Gleichgewicht sowie Orientierung und führt gleichzeitig zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Diese Wirkungen erhöhen die Unfallgefahr. Jugendliche konsumieren Alkohol häufig im Ausgang und fahren anschliessend mit dem Velo, dem Mofa oder im Auto eines jungen Erwachsenen heim, der vielleicht selbst Alkohol getrunken hat.
Aggressivität und andere soziale Probleme
Alkoholkonsum hat Auswirkungen auf das Verhalten (Selbstüberschätzung, Enthemmung, abnehmende Urteilsfähigkeit, Aggressivität, Verwirrtheit) und kann zu Risikoverhalten führen. Dies kann sich in Streit äussern oder es kann zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kommen mit dem Risiko von Krankheitsübertragungen oder einer ungewollten Schwangerschaft.

Alkoholvergiftung
Der Konsum von grösseren Mengen Alkohol kann zu einer Alkoholvergiftung führen. Anzeichen dafür sind Übelkeit und Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Atemnot
und deutliches Absinken der Körpertemperatur. Koma oder sogar Tod sind mögliche Folgen. Für Jugendliche, die erste Erfahrungen mit Alkohol machen, können bereits kleine Alkoholmengen gefährlich sein. Ihr Körper reagiert empfindlicher auf Alkohol. Erste Vergiftungsanzeichen erkennen sie oft nicht als Warnsignale ihres Körpers, sondern trinken dennoch weiter. Jugendliche konsumieren alkoholische Getränke zudem meist an Partys, ohne dazu etwas zu essen. Auf nüchternen Magen getrunken gelangt Alkohol schneller ins Blut, als wenn er während einer Mahlzeit konsumiert wird.

Auswirkungen auf Entwicklungsprozesse
Körperliche Entwicklungsprozesse können beeinträchtigt werden: Das Trinken grösserer Mengen Alkohol verringert die Produktion von Wachstumshormonen und kann die Gehirnentwicklung beeinflussen. Diese ist erst nach dem 20. Lebensjahr vollständig abgeschlossen. Weiter kann durch regelmässigen Alkoholkonsum auch die psychosoziale Entwicklung gestört werden, vor allem im Hinblick auf den Abschluss einer Ausbildung und die Berufswahl.
Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit
Die enthemmende Wirkung von Alkohol ist gerade für Jugendliche gefährlich. Man getraut sich nach ein, zwei Gläsern andere anzusprechen, zu tanzen, ist in guter Stimmung etc. Die Versuchung ist gross, auch in belastenden Momenten und Situationen der Unsicherheit zu diesem "Mittel" zu greifen. Wird Alkohol konsumiert um sich besser zu fühlen, Sorgen zu vergessen oder abzuschalten, ist die Gefahr grösser, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Je früher Jugendliche beginnen, regelmässig Alkohol zu trinken und dabei auch Rauscherfahrungen machen, desto grösser ist das Risiko, später einen problematischen Alkoholkonsum zu entwickeln.


BIS 11 JAHRE
Alkohol gehört nicht in Kinderhand
Verfolgen Sie eine klare Linie! Erwachsene sollen Kinder nicht zum Alkoholtrinken auffordern! Kinder mögen in der Regel den Geschmack von Alkohol nicht. Es ist auch nicht Aufgabe der Erwachsenen, sie auf diesen Geschmack zu bringen.
Wenn Ihr Kind unbedingt Alkohol probieren möchte, können Sie es ausnahmsweise an Ihrem Glas nippen lassen. So macht es sich nicht dauernd Gedanken um das "verbotene Getränk" oder probiert gar ohne Ihr Wissen davon. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es keinen Alkohol trinken soll: "Dein Körper ist noch dabei zu wachsen. Beim Wachsen reagiert der Körper besonders empfindlich auf Alkohol"; "Alkohol wirkt bei Kindern viel stärker und damit gefährlicher als bei Erwachsenen".
Lassen Sie an Festen keine halbvollen Gläser oder Flaschen herumstehen. Ihr Kind könnte zu viel davon "probieren" und eine akute, äusserst gefährliche Alkoholvergiftung erleiden.


12- BIS 13-JÄHRIGE
Erste Erfahrungen mit Alkohol
Kinder machen manchmal schon früh erste Erfahrungen mit Alkohol. Sie probieren, sind neugierig, wollen wissen, wie es wirkt. In der Regel ist dies eine vorübergehende Phase.
Keine Panik. Aber aufmerksam sein! Eine erste Erfahrung mit Alkohol sollte man nicht dramatisieren, das Geschehene aber auch nicht verharmlosen. Erinnern Sie Ihr Kind an die Risiken: "Alkohol wirkt bei Kindern viel stärker, da sie kleiner und leichter sind als Erwachsene, es kann dir schnell übel werden"; "Wenn man Alkohol getrunken hat, kann man rasch die Kontrolle verlieren und Dinge tun, die man im Nachhinein bereut".
Findet bei Ihnen zu Hause ein Kinderfest statt? Jüngere Kinder sollten an ihrem Fest nicht sich alleine überlassen sein, überwachen Sie die Party diskret. Achten Sie bei der Planung der Party darauf, dass Spiele und andere Aktivitäten vorgesehen sind. Denn wenn die Kinder beschäftigt sind, kommen sie weniger auf den Gedanken Verbotenes zu tun.


14- BIS 15-JÄHRIGE
Das Alter des Experimentierens
Mit 14 bis 15 Jahren nimmt die Zahl der Konsumgelegenheiten und die Lust zu probieren zu. Dazu gehören der Ausgang mit Kolleginnen und Kollegen, Begegnungen mit älteren Jugendlichen und das Bedürfnis, als stark und erwachsen zu gelten. In diesem Alter verändert sich der Körper stark, und die Jugendlichen stehen vor neuen sozialen Herausforderungen. Der Alkoholkonsum kann bei Jugendlichen im Zusammenhang mit solchen Veränderungen stehen.

Bleiben Sie konsequent und suchen Sie das Gespräch! Es ist wichtig, dass Ihr Kind versteht, dass es nicht "normal" ist, in seinem Alter Alkohol zu trinken. Erklären Sie ihm warum und sprechen Sie über die Wirkungen und Risiken von Alkohol: "Wenn man wenig Alkohol trinkt, ist man oft ausgelassen, schnell schlägt jedoch die Stimmung um und man wird müde, gereizt oder aggressiv"; "Beim Alkoholtrinken ist es schwierig zu merken, wann es zu viel wird. Die Gefahr ist groß, dass es so zu einer Alkoholvergiftung kommt, was sehr gefährlich ist".
Befürchten Sie, dass Ihr Kind von Freundinnen und Freunden beeinflusst wird? Lernen Sie diese kennen! Laden Sie sie vielleicht einmal zu sich nach Hause ein. So können Sie sich ein besseres Bild von ihnen machen. Nehmen Sie gegenüber den Freunden Ihres Kindes keine pauschal negative Haltung ein. Sie bedeuten ihm viel.


Wenn Sie Ihrem Kind erlauben möchten, bei einer besonderen Gelegenheit wie zum Beispiel an Weihnachten etwas Alkohol zu trinken, erklären Sie ihm, warum Sie eine Ausnahme machen. Es besteht ein Unterschied, ob man wenig Alkohol zum Anstossen bei einer besonderen Gelegenheit trinkt oder regelmässig konsumiert.



16- BIS 17-JÄHRIGE UND JUNGE ERWACHSENE

Trinken, weil es dazu gehört?
Jugendlichen ab 16 Jahren darf Alkohol (Bier und Wein) ausgeschenkt werden. Das heisst aber nicht, dass man Alkohol trinken muss, weil man Alkohol trinken darf!
Die meisten Alkoholexzesse geschehen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Kollegenkreis, Gruppenzwang und die Betonung eines bestimmten Lebensstils spielen dabei eine wichtige Rolle.
Eine nervenaufreibende Phase. Einem oder einer 16Jährigen Alkohol verbieten zu wollen, ist unrealistisch. Er oder sie würde sich kaum an ein solches Verbot halten. Es bringt hier oft mehr, offen mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, um Risiken zu verringern, die mit dem Konsum verbunden sein können. Erklären Sie ihm, dass Sie sich um sein Wohlergehen sorgen und dass Sie ihm vertrauen.
Machen Sie sich Sorgen wegen der nächtlichen Fahrt nach Hause? Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie es sicher nach Hause kommen kann. Vereinbaren Sie eine Zeit, zu der Ihr Kind zurück sein muss. Sie können bei dieser Gelegenheit auch gleich offen über Ihre Sorgen und Erwartungen sprechen. Welche Sanktionen ergreifen Sie, wenn sich Ihr Kind verspätet?
Falls ein offener Dialog unmöglich geworden ist, was in dieser Altersgruppe keine Seltenheit ist, hinterlassen Sie auf dem Schreibtisch der Tochter oder des Sohnes eine kleine Notiz - manchmal klappt es so besser.



WAS KÖNNEN ELTERN TUN?

Jugendlichen keinen Alkohol kaufen. Kaufen Sie Ihrem Kind weder Alcopops, Bier noch andere alkoholische Getränke.

  • Beauftragen Sie Ihr Kind nicht, alkoholische Getränke für Sie zu kaufen. Wenn Sie feststellen, dass ein Geschäft Ihrem Kind Alkohol verkauft, sollten Sie die Geschäftsführung ansprechen und auf die Jugendschutzbestimmungen hinweisen. Sie können den Vorfall auch der Polizei melden.
    Vorbild sein
  • Um ein gutes Vorbild zu sein, müssen Sie nicht gänzlich auf Alkohol verzichten. Leben Sie Ihrem Kind jedoch einen massvollen Alkoholkonsum vor. Auch wenn Sie selbst Alkohol trinken, hindert Sie das nicht daran, Ihrem Kind klare Grenzen zu setzen und Konsequenzen zu ziehen.

Freiheiten geben und Grenzen setzen

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, welche Regeln im Bezug auf Alkohol gelten. Bringen Sie ihm Vertrauen entgegen, indem Sie Ihrem Kind auch Freiheiten lassen - ihm zum Beispiel erlauben, an eine Party zu gehen. Ihr Kind hat so die Möglichkeit, seinen Teil der Verantwortung zu tragen.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass ein Regelbruch Konsequenzen hat.


Risiken ansprechen

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Wirkungen und Risiken des Alkoholkonsums. Reagieren Sie auf Alkoholkonsum entsprechend dem Alter des Kindes: Jüngere Jugendliche sollten keinen Alkohol trinken, mit zunehmendem Alter ist es nicht mehr so heikel, wenn ab und zu Alkohol konsumiert wird, ohne sich zu betrinken.
  • Wenn Sie vermuten oder wissen, dass Ihr Kind im Ausgang Alkohol trinkt und Sie sich wegen der nächtlichen Heimfahrt Sorgen machen, sollten Sie Ihre Ängste in einem Gespräch ausdrücken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die mit Alkohol verbundenen Gefahren und Risiken und suchen Sie gemeinsam nach Möglichkeiten, wie es sicher nach Hause kommen kann (z.B. vor Ort übernachten, ein Taxi rufen, etc.).
    Das Gespräch suchen
  • Eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist wichtig, um offene Gespräche zu führen. Zeigen Sie Interesse am Leben Ihres Kindes und nehmen Sie sich Zeit für Gespräche. Gespräche sollen sich nicht nur um Probleme drehen, sprechen Sie auch in schwierigeren Situationen über Dinge, die gut gehen.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann - auch wenn es in Schwierigkeiten steckt.
    Unterstützung in Anspruch nehmen
  • Zögern Sie nicht, sich in schwierigen Situationen Unterstützung und Hilfe von aussen zu holen: Ein Arzt, eine Ärztin oder Fachleute auf Jugend- und Alkoholberatungsstellen können Sie beraten und begleiten.

 


KONKRETE SITUATIONEN

"Mein Kind möchte bei uns zu Hause seinen 16. Geburtstag feiern. Ich weiß nicht, welche Haltung ich im Bezug auf Alkohol einnehmen soll."
Das Recht ab 16 Jahren Alkohol zu kaufen bedeutet nicht, dass Alkohol zwingend an eine Party gehört. Oftmals nehmen auch Jugendliche am Fest teil, die keinen Alkohol trinken dürfen. Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren darf kein Alkohol verkauft werden. Diese gesetzliche Bestimmung ist zum Schutze der Jugendlichen da. Es ist schwierig sicherzustellen, dass die Jüngeren keinen Alkohol erhalten und ältere Jugendliche verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Alternativen. Einfache Drinks aus Fruchtsäften sowie andere nichtalkoholische Getränke sind auch für Jugendliche attraktiv.

"Meine 17-jährige Tochter ist betrunken nach Hause gekommen. Ich mache mir Sorgen."
Jugendliche haben unterschiedliche Gründe, weshalb sie sich betrinken (um Hemmungen abzubauen, Langeweile zu vertreiben, "cool" zu sein etc.). Lassen Sie Ihre Tochter ihren Rausch ausschlafen. Im betrunkenen Zustand sind keine konstruktiven Gespräche möglich. Manchmal reagiert man trotzdem heftig, weil man sich wegen der Verspätung Sorgen gemacht und sich die schlimmsten Dinge vorgestellt hat. Sprechen Sie am nächsten Tag darüber, auch wenn Sie zuerst "explodiert" sind. Ihre Tochter wird Ihre Reaktion besser verstehen und begreifen, warum Sie gemeinsam neue Regeln festlegen, wenn Sie ihr sagen, wie Sie sich gefühlt haben und warum Sie sich Sorgen machen. Fragen Sie Ihre Tochter, wie es zum Rausch kam und wie sie dazu steht. Beziehen Sie klar Stellung zum Alkoholkonsum und sagen Sie ihr, dass Sie von ihr einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol erwarten. Sprechen Sie mit ihr über die Risiken, die mit einem Rausch verbunden sind und darüber, wie sie diese Risiken begrenzen kann. Ihre Tochter soll zudem auch verkatert ihre Verpflichtungen am nächsten Tag einhalten.

"Mein Sohn, 15, erzählte mir von einer Party am Wochenende. Er war aufgewühlt, da einige seiner Freunde stark betrunken waren und meinen Sohn zum Alkoholkonsum drängten. Was kann ich ihm raten?"
Es ist oft nicht einfach "Nein" zu sagen, wenn einem Alkohol angeboten wird. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn, wie er in solchen Situationen reagieren kann. Bestätigen Sie Ihren Sohn, wenn er selbst gute Vorschläge hat und schlagen Sie ihm allenfalls weitere mögliche Antworten vor, zum Bespiel ein einfaches "Nein danke, ich habe keine Lust". Jeder hat das Recht Alkohol abzulehnen ohne sich zu rechtfertigen.
Wird an einer Party viel getrunken, kann dies im Laufe des Abends auf die Stimmung schlagen, manchmal kommt es zu Aggressivitäten. Ihr Sohn kann versuchen, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen. Weisen Sie Ihren Sohn darauf hin, dass er auf keinen Fall in einem Fahrzeug mitfahren soll, wenn der Fahrer oder die Fahrerin alkoholisiert ist. Was kann Ihr Sohn tun, wenn sich auch gute Freunde betrinken? Raten Sie Ihrem Sohn, mit seinen Freunden darüber zu sprechen, wie er sich in solchen Situationen fühlt. Dies sollte er allerdings nicht dann versuchen, wenn die Freunde alkoholisiert sind, sondern zu einem späteren Zeitpunkt.

"Ich mache mir Sorgen um meinen 18-jährigen Sohn. In letzter Zeit hat sich sein Verhalten verändert und ich finde, er trinkt zu viel Alkohol."
Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Sohn. Gehen Sie dabei von sich aus. Teilen Sie ihm Ihre Sorgen mit und sagen Sie ihm, wie Sie sich fühlen und was Sie beobachten. Sie können Ihren Sohn so motivieren, seinen Konsum zu überdenken. Alkohol muss bei Ihren Gesprächen nicht immer im Mittelpunkt stehen. Sprechen Sie auch über andere Dinge. Wie läuft es in der Ausbildung, welche Zukunftspläne hat er? Zeigen Sie Ihrem Sohn, dass Sie sich für sein Leben interessieren. Sprechen Sie auch Dinge an, die gut laufen.
Was können Sie tun, wenn Gespräche mit Ihrem Sohn schwierig sind? Schlagen Sie ihm vor, eine Jugendberatungsstelle aufzusuchen. Dort können Sie gemeinsam mit einer dritten, neutralen Person über Dinge sprechen, die Sie beide beschäftigen. Zögern Sie nicht, alleine den Kontakt zu einer Fachperson zu suchen, falls Ihr Sohn Sie nicht begleiten möchte. Fachpersonen von Jugend-, Erziehungsberatungsstellen oder Alkoholfachstellen können Sie beraten, wie Sie sich verhalten können und Sie auf dem weiteren Weg begleiten.

(Quelle:http://www.gesundheit-schwyz.ch/fileadmin/UserFiles/PDF_Infobroschueren/alkohol_02.pdf)


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