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Mein
Name ist Rolf und ich bin Alkoholiker.
Meine Alkoholgeschichte begann im Alter von 13 Jahren. Bei einer Silvesterfeier
bei unseren Nachbarn trank ich soviel Aufgesetzten, und aß dann
auch noch die Kirschen unten in der Flasche, dass mich zwei Bekannte meines
Bruders nach Hause tragen mussten. Ich hatte eine Alkoholvergiftung und
blieb zwei Tage im Bett. Mein Vater saß neben mir und wachte über
mich. Als ich wieder zu mir kam, schwamm eine rote Suppe auf meinem Oberbett,
und die Wände waren ebenfalls vollgekotzt. Ich war durch dieses Ereignis
in keiner Weise abgeschreckt, sondern begab mich zum Beispiel immer öfter
mit einem Glas Cognac in der Hand heimlich auf die Toilette. Da mein Vater
immer Alkohol im Hause hatte, den er vonVorgesetzten zu allen möglichen
Anlässen geschenkt bekam, war es kein Problem für mich an den
Stoff zu gelangen. Mein Vater trank regelmäßig Alkohol, und
allgemein war die Toleranz gegenüber dem Alkohol im ganzen sozialen
Umfeld recht hoch. Bei Klassenfahrten und auch sonst zu fast allen Gelegenheiten
rottet sich ein bestimmter Kreis von "Freunden" zusammen und
es wurde mächtig um die Wette gebechert. Ich erinnere mich, immer
einer der "Besten" gewesen zu sein. Als uns dann der Sprit ausging,
entdeckten wir ein privates riesiges Alkohollager in den Kellerräumen
im Hause eines Schulfreundes. Wir brachen dort dann öfter so geschickt
ein, dass wir über ein Jahr lang nicht erwischt wurden. Wir waren
natürlich immer die Tollen, da wir ja immer reichlich über die
edelsten, teuersten und hochprozentigsten Getränke verfügten.
Als die ganze Sache aufflog, fragte niemand danach, wer das alles getrunken
hatte. Ich trank damals schon eine halbe Flasche Stroh rum alleine, ohne
irgendwelche Ausfallerscheinungen. Da ich unverschämt viel Alkohol
vertrug, war mein Leidensweg nach aussehen hin recht unauffällig,
da mich selten jemand torkeln sah, geschweige denn lallen hörte.
Im
Alter von 16 Jahren verstarb mein Vater urplötzlich an Herzinfarkt.
Mein Bruder brach sein Studium ab und kam zurück aus Münster
nach Essen und zog wieder Zuhause ein. Ich brach das Gymnasium ab und
begann eine Lehre als Elektriker bei der größten Firma am Ort.
Zu dieser Zeit begann ich dann neben dem Alkohol, den ich regelmäßig
konsumierte auch noch Drogen zu nehmen, Zu nächst nur Haschisch,
später dann auch härtere Drogen wie LSD und Kokain. Wenn mal
das Geld nicht reichte um alle Stoffe, die ich dann so brauchte, zu bekommen,
bevorzugte ich immer den billigen Alkohol, den man ja auch an jeder Ecke,
oder zu Hause bekam. Ich trieb mich in allen möglichen Kneipen und
Discotheken herum und hatte nur sehr trinkfeste Freunde.
In einer der Läden lernte ich dann meine erste Frau kennen, Sie war
gerade 16 Jahre alt und ich war völlig verliebt. Ich beklaute meinen
Betrieb, wurde erwischt, und musste meine Lehre abbrechen, und hatte dadurch
nur einen beschränkten Facharbeiterbrief, da die Lehre unterteilt
war und ich bereits eine Prüfung abgelegt hatte. Ich fand einen Job
in einer Gießerei, der recht gut bezahlt wurde, und dadurch, dass
ich noch zu Hause wohnte, konnte ich meinen Suff prima finanzieren.
Dann
wurde meine Freundin Schwanger und wir heirateten. Wir fanden eine günstige
Wohnung in der Essener Innenstadt. 1981 kam dann mein erster Sohn zur
Welt und dies war natürlich ein Anlass mindestens drei Tage durchzusaufen,
obwohl ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon lange keine "Gründe"
mehr brauchte. Ich verlor meine Arbeit und sank ganz tief, versoff alles
Geld und die Familie rutschte in die Sozialhilfe. Auch diese minimalen
Gelder gingen für Alkohol drauf. Ich wurde kriminell um meinen Suff
zu finanzieren, und die wichtigsten Dinge kaufen zu können. Ich fand
einen neuen Job der mich in ganz Deutschland rumbrachte. Ich bekam einen
Dienstwagen und fuhr von Stadt zu Stadt und machte mich jeden Abend im
Hotel weg. Ich fuhr viel betrunken oder zumindest mit Restalkohol durch
die Gegend. So blieb es nicht aus, dass ich eines Tages den Führerschein
abgeben musste. Mit fünf Polizisten musste man mich festhalten, um
mir die Blutprobe zu entnehmen. Das Ergebnis: 2,5 Promille. Der Führerschein
war lange weg (4 Jahre), da ich zum sogenannten Idiotentest musste, durch
den ich natürlich mit Glanz und Gloria durchfiel, da ich immer noch
soff wie ein Weltmeister.
Inzwischen
ließ sich meine Frau von mir scheiden und nahm alles mit (Sohn,
Katzen, und alles was einigermaßen Heile oder von Wert war). Ich
saß auf den Trümmern meiner Ehe und meines Lebens(Ich war 30
Jahre alt). Das war dann der Anlass noch mehr zu trinken als je zuvor.
Ich nahm verschiedenen Jobs an, die ich dann wegen meiner Unzuverlässigkeit
meist nicht lange behielt. Meine Wohnung konnte ich nur halten, da ich
an Studentinnen eines der Zimmer untervermietete.
Am 01.12.1991 bekam ich meinen Führerschein wieder. Nachdem ich 7
Monate keinen Tropfen trank, gelang es mir die Prüfer beim TÜV
davon zu überzeugen, dass ich kein Alkoholproblem mehr hatte (was
ein Witz). Nach der MPU (Medizinisch psychologische Untersuchung) ging
ich direkt in meine Stammkneipe und ließ mich volllaufen.
1995 lernte ich dann meine zweite Frau kennen. Sie trinkt nicht und raucht
nicht. Ich schränkte meinen Alkoholkonsum stark ein, und trank nur
noch einmal die Woche, meistens am Wochenende. Dann aber gleich richtig,
so dass ich dann das ganze Wochenende ausfiel und im Bett lag. Als diese
Besäufnisse immer schlimmer wurden (mit Filmrissen, einmal brachte
ich auch eine Horde von Zechkumpanen mitten in der Nacht mit nach Hause),
Stellte meine Frau mich vor die Entscheidung: Alkohol oder Familie. Sie
zeigte mir den Weg zu AA. Am 16.11.1997 ging ich in mein erstes Meeting
und bin seit dem bis zum heutigen Tage trocken und führe ein zufriedenes
Leben mit Familie und Job.
Rolf
( Alkoholiker / Trocken )
Quelle: www.alkohol-hilfe.de/Erfahrung/Rolf.htm
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